Nachsorge für Tattoos – Pflegehinweise
🩸Wunde mit Farbe
Ein frisch gestochenes Tattoo ist wie eine Wunde mit Farbe. Einige gehen leider viel zu leichtsinnig mit ihrem frischen Tattoo um, sodass es sich entzünden kann und komplett zerstört wird, wenn einige Hinweise nicht beachtet werden. Ein frisches Tattoo niemals in die Sonne halten – es wird schmerzen und wird gereizt!
🏃♂️Kein Aktivsport & Schwitzen
Mache keinen Aktivsport mit Schwitzen und starker Bewegung im Bereich des frischen Tattoos. Schwitzen ist das Schlimmste überhaupt für ein frisches Tattoo! Es kann sich durch den eigenen Schweiß entzünden, der dann brennt. Zudem haften kleine Dreckpartikel wesentlich besser auf feuchter Haut, dringen in die Poren ein und entzünden sich.
🧴Die wichtigste Creme-Regel
Das Gleiche gilt auch für Creme: Es gehört keine Creme auf ein frisch gestochenes Tattoo! Die Meisten denken, mit Creme heilt es schneller ab – genau das Gegenteil ist der Effekt. Das Tattoo könnte sich entzünden, weil es ebenfalls feucht wird und Dreckpartikel haften bleiben. Bei Wärme würde es unter der Creme zusätzlich schwitzen. Das Tattoo braucht Luft, damit es trocknet.
Es gibt mittlerweile viele verschiedene Tattoocremes auf dem Markt, wobei man darauf achten sollte, dass es keine schmierigen Cremes sind wie Vaseline, Bepanthen oder Melkfett usw. Ich empfehle darauf zu achten, dass es keine direkte Creme isndern eher eine Milch wie Sonnenmilch für Tattoos (z. B. Skin Stories Sun Lotion, gibt es beim DM-Markt; unbedingt den Pflegehinweis lesen), die hat einen UVA- & UVB-Schutz. Im Prinzip ist das zu vergleichen mit ganz normaler Sonnenmilch, die man auch verwenden könnte,, .
⚠️ Wichtig bei den Milchcremes: Achte darauf, dass nicht zu viel aufgetragen wird und sie sofort einzieht! Verwende sie zudem erst ab dem 5. Tag und massiere sie dann gut ein. Trotzdem sollte man das frische Tattoo mindestens 1 Woche nicht in die Sonne halten.
🛁Baden, Duschen, Schwimmen
Niemals mit einem frischen Tattoo baden oder schwimmen! Das Tattoo muss absolut trocken gehalten werden, damit die Heilung nicht durch Wasser und Feuchtigkeit gestört wird. Das Tattoo wird sich zu 100 % entzünden, wenn permanent Feuchtigkeit drankommt. Das ist das gleiche Prinzip wie bei zu viel Schmiercreme: Permanente Feuchtigkeit zerstört das Tattoo, die Wunde entzündet sich, die Farbe geht raus und es dauert bis zu 6 Wochen, bis sich alles wieder erholt hat.
🚿 Bei der Dusche gilt: Wenn man nur einmal am Tag kurz duschen geht, braucht man kein Pflaster. Das macht dem frischen oder 4–5 Tage alten Tattoo nichts, solange es nur kurz ist und das Kunstwerk danach mit einem frischen Handtuch oder Zewa vorsichtig trockengeupft wird. Es kann auch wie gewohnt Shampoo benutzt werden.
🩹Folien & Diffusionspflaster
In den meisten Studios wird ein Diffusionspflaster auf das frische Tattoo geklebt, damit es sofort geschützt wird und man sich sicher für die Nacht fühlt. Der Nachteil an diesen Pflastern ist, dass man Farbverlust hat, wenn man es zu lange drauflässt, und es in der Zeit auch nicht richtig heilen kann. Wenn man noch arbeiten gehen muss und unterwegs ist, wäre es schon okay, ein Pflaster für ein paar Stunden draufmachen zu lassen.
🛌 Die Nacht: Nachts hat man das Problem, dass man nie weiß, in welcher Stellung man morgens wach wird. Wenn man dann versehentlich auf dem frischen Tattoo geschlafen hat – das wäre nicht so toll. Da sollte man achtgeben oder vielleicht doch ein Pflaster benutzen. Dies gilt aber nur für die erste Nacht, wenn das Tattoo frisch gestochen wurde. Am zweiten Tag ist das Tattoo meist schon so angetrocknet, dass es keine Abdrücke auf dem Bettlaken hinterlässt. Für ein frisches Oberarm-Tattoo empfehle ich für die Nacht ein langärmliges T-Shirt oder einen Pyjama, das schützt ein wenig vor dem direkten Ankleben auf dem Bettlaken.
⚠️Wichtige Warnhinweise!
🛑 Achtung: Wenn sich Schorf oder eventuell noch eine Kruste auf dem Tattoo befinden sollte, ist es absolut nicht zu empfehlen, irgendein Pflaster aufzukleben! Beim Lösen könnte das Pflaster Verletzungen am Tattoo verursachen und den wichtigen Schorfschutz beschädigen.
Ein Schwimmptaster für längere Zeit empfehle ich gar nicht, weil das frische Tattoo je nach Größe trotzdem nass werden könnte. Man sollte sich das vorher gründlich überlegen, ob man lieber schwimmen geht oder mal eine Woche auf längeres Baden verzichtet oder sich ein Tattoo stechen lässt!
© Studio45 Recklinghausen
💡 Fazit aus jahrelanger Erfahrung
Wenn das Tattoo nach ca. 3–4 Tagen anfängt zu jucken, ist das ein bisschen unangenehm zu ertragen – eine hauchdünne Schicht Crememilch würde das Gefühl lindern.Falls sich dickerer Schorf bildet als üblich, verzichte bitte darauf, Creme direkt auf den Schorf aufzutragen. Das Eincremen weicht die Kruste auf. Schmutz und Dreckpartikel können dann leicht auf dem Schorf kleben bleiben, mit eintrocknen und eine Entzündung des Tattoos verursachen.
Besser wäre es aber noch, 2–3 Tage länger zu warten mit der Milchcreme und die Stelle stattdessen zwischendurch kurz und ganz leicht mit Wasser zu befeuchten. Das lindert den Juckreiz ebenfalls! Das Jucken kommt nämlich vom Schorf und den Hautschuppen, die anfangen, sich langsam zu lösen.
✨ Mein persönlicher Experten-Tipp:
Aus meiner jahrelangen Erfahrung heraus ist es einfach besser, ein Tattoo in der Abheilungsphase (bis zu 10 Tage) gar nicht großartig mit viel Creme oder Folien-Beauty zu belasten. Ein Tattoo heilt immer noch am besten, wenn es nicht permanent gestört wird – genau wie eine echte Wunde, die einfach ihre Ruhe braucht!
Es reicht völlig aus, die Stelle einmal am Tag kurz mit klarem Wasser abzuwaschen und sofort trockenzutupfen. Das erlöst dich auch kurzzeitig vom Jucken und löst die alten Hautschuppen und den Schorf ganz von alleine.
Wenn das Tattoo dann nach 7–10 Tagen fast vollständig abgeheilt ist, kannst du wieder wie gewohnt deine ganz normale Bodylotion und deine gewohnten Cremes verwenden.
📜 Diese Pflegeanweisung wurde original von Studio45 entworfen und basiert auf jahrzehntelanger, praktischer Erfahrung im Tätowier-Handwerk.